Paraguay und Deutschland streben eine Stärkung der Handelsbeziehungen im Rahmen des EU-Mercosur-Abkommens an
„Wir haben sehr gute Beziehungen zu Paraguay, alles ist vorbereitet, um hier sehr gut arbeiten zu können“, sagte Herrera.
Die Beziehungen zwischen Paraguay und Deutschland befänden sich in einer günstigen Phase, mit Aussichten auf Wachstum in Handel, Investitionen und Tourismus, so der deutsche Vizebotschafter in Asunción, Jörg Herrera, in einem Interview mit dem Staatssender Paraguay TV.
„Wir haben sehr gute Beziehungen zu Paraguay, alles ist vorbereitet, um hier sehr gut arbeiten zu können“, sagte Herrera. Der Diplomat wies darauf hin, dass die deutschen Investitionen im Land derzeit zwar begrenzt seien, diese aber mit der Konsolidierung des Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur steigen könnten. „Auf beiden Seiten werden sich die Türen öffnen, sodass der Handel größer und intensiver wird“, sagte er.
Das vorläufige Handelsabkommen zwischen beiden Blöcken wurde am 17. Januar in Asunción unterzeichnet und am 17. März vom paraguayischen Kongress ratifiziert, nachdem Argentinien, Uruguay und Brasilien ihre jeweiligen gesetzgeberischen Genehmigungsverfahren abgeschlossen hatten. Die Europäische Kommission kündigte Ende Februar die vorläufige Anwendung der Handelssäule des Abkommens an, die bereits im Mai in Kraft treten könnte. Das Europäische Parlament hat das Instrument jedoch an den Gerichtshof der Europäischen Union verwiesen, um seine Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht zu prüfen, ein Prozess, der bis zu zwei Jahre dauern kann.
Bei vollständiger Umsetzung wird der Pakt die größte Freihandelszone der Welt mit einem Markt von mehr als 700 Millionen Menschen schaffen. Deutschland, die größte Volkswirtschaft der EU, hat das Abkommen unterstützt und sieht darin ein Zeichen der strategischen Souveränität Europas angesichts der wachsenden globalen Handelsunsicherheit.
Herrera stellte den Einsatz von Zöllen im internationalen Handel in Frage, da diese die Produkte für Verbraucher teurer machten und die Entwicklung verlangsamten, und hob das europäische Freihandelsmodell als Beispiel für eine vorteilhafte Integration hervor.
Im Hinblick auf den Tourismus hob der Vizebotschafter das Potenzial Paraguays im ökologischen Segment hervor, das von europäischen Reisenden zunehmend nachgefragt wird. Er erklärte, dass sich das Land mit einer besseren Infrastruktur und Fluganbindung als attraktives Reiseziel für deutsche Touristen positionieren könne, die an nachhaltigen Erlebnissen interessiert seien. „Paraguay hat eine sehr gute strategische Lage“, bemerkte er.
Der Diplomat erinnerte daran, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern tiefe historische Wurzeln haben, die in den letzten 200 Jahren durch aufeinanderfolgende Wellen deutscher Migration gekennzeichnet waren, wobei die Präsenz mennonitischer Gemeinschaften in der Chaco-Region besonders bemerkenswert war.
Zur bilateralen Zusammenarbeit erklärte Herrera, dass sich die deutsche Unterstützung aufgrund des eigenen Wirtschaftswachstums in Paraguay in einer Übergangsphase befinde, Projekte der GIZ und der KfW-Staatsbank jedoch weiterhin aktiv seien. Die Botschaft fördert außerdem Mikroprojekte mit einer Finanzierung von bis zu 20.000 US-Dollar in indigenen Gemeinden und ländlichen Gebieten. „Für uns ist es vielleicht ein Kleinstprojekt, aber für die Menschen macht es einen großen Unterschied“, betonte er.

